Feierstunde zum Abschluss der Sanierung und des Umbaus der Martin-Buber-Schule am 19.04.07 in Groß-Gerau

Beitrag von Herrn Andreas Graichen, Projektleiter bei der WEP-Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG, dem privaten Partner des Kreises Groß-Gerau

Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrter Herr Friedrich, werte Gäste,

im Frühjahr vor 5 Jahren hat die wegweisende Zusammenarbeit des Kreises Groß-Gerau in einer öffentlich privaten Partnerschaft mit der privaten WEP- Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG begonnen. Als Projektleiter war ich im Rahmen dieser Partnerschaft bereits für die Sanierung der baugleichen Schulen Anne-Frank-Schule, Raunheim, und IGS-Mainspitze, Ginsheim- Gustavsburg, zuständig. Heute kann mit der Martin-Buber-Schule die dritte große sanierte und umgebaute Schule eröffnet werden. Auch diese Schule ist pünktlich fertig geworden und ähnlich wie bei der IGS-Mainspitze, deren Sanierung im Januar fertig gestellt wurde, haben wir trotz Umsetzung fortlaufender Verbesserungen im Zuge der Sanierungsabwicklung eine deutliche Budgetunterschreitung erreichen können.

Der Landrat hat die Vorzüge dieser Zusammenarbeit bereits herausgestrichen. Wir möchten an dieser Stelle nochmals die Besonderheiten der vom Kreis Groß-Gerau gewählten Zusammenarbeit erläutern:
Bei der Gründung der Projektmanagement Schulsanierung Kreis Groß-Gerau GmbH vor 5 Jahren stand nicht wie beim benachbarten Kreis Offenbach der Gedanke eines Outsourcings bzw. einer Privatisierung der Aufgaben des Kreises im Vordergrund. Während der Kreis Offenbach die komplette Verantwortung für alle Schulimmobilien auf zwei private Gesellschaften übertragen hat ist es beim Kreis Groß-Gerau nicht nur bei der Verantwortlichkeit des Kreises geblieben, er hat auch mit 51 % die Mehrheit in der PMS. Die Schul- und Gebäudeverwaltung mit all ihrem Know-how und ihren Erfahrungen bleibt beim Kreis Groß-Gerau komplett erhalten. Die PMS ergänzt das Know-how des Kreises, ersetzt es aber nicht.

Der Kreis ist durch 5 Aufsichtsratsmitglieder in der PMS vertreten, die Kreisausschuss, Kreistag und die Verwaltung repräsentieren; die Grundsatzentscheidungen über die Sanierungen fällt der Kreistag und wir haben eine gemeinsame Geschäftsführung. Dies sind alles wichtige Elemente für eine wirklich partnerschaftliche Zusammenarbeit unter Wahrung der Gremienkompetenzen.

Vor allem dort, wo der private Projektmanager auf Grund seiner anderen Struktur effizienter und erfolgreicher arbeiten kann, wird die PMS mit ihrem privatem Partner WEP tätig. Wir als WEP kümmern uns um das Projektmanagement bei den Schulsanierungen, wir steuern und koordinieren das Projekt und wir sorgen für den so wichtigen Interessenausgleich zwischen den Nutzern – Schüler und Lehrerschaft – und dem Immobilieneigentümer, dem Kreis Groß-Gerau.

Unsere zentrale Aufgabe ist es, mit den vom Kreis zur Verfügung gestellten Mitteln sparsam umzugehen und dadurch ein optimales Ergebnis zu erreichen. Zu was würden Mehrkosten führen? Angesichts der fehlenden öffentlichen Mittel könnte woanders nicht saniert werden und dies wäre nicht verantwortbar.

Das Wort „Einsparung“ wird häufig missverstanden. Es klingt ja zunächst einmal so, als würden wir hier und dort etwas von der Ausstattung wegnehmen oder Abstriche an der Qualität machen, um zu einem billigeren Preis zu kommen. Dies ist nicht so! Auf der Basis der Standards des Kreises stehen wir für eine optimale Qualität und für einen funktionsgerechten Ausbau, damit die Schule ihren Bildungsauftrag erfüllen kann. Unser Ziel ist das intelligente Sparen, das Vermeiden von teuren Bauablaufstörungen, späten Umplanungen und verzögerten Entscheidungen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: der Kreistag hat für die Sanierung der Martin-Buber-Schule ein Gesamtbudget von 13,68 Millionen Euro genehmigt. Obwohl im Zuge der Realisierung sinnvolle Verbesserungsmaßnahmen in Höhe von rund 0,3 Mio. Euro hinzukamen und allein die Mehrwert-steuererhöhung mit 0,1 Mio. Euro zu Buche schlägt, können wir bei einer aktuellen Kostenprognose von 12,75 Mio. Euro von einer Unterschreitung von 1,33 Mio. Euro ausgehen. Dies sind fast 10 % bezogen auf das vom Kreistag genehmigte Budget.

Im März 2003 hat der Kreis Groß-Gerau die Sanierungs- und Umbauaufgabe auf die PMS übertragen. Seitdem sind 48 Monate vergangen, davon etwa 32 Monate Bauzeit und 16 Monate Zeit für Planung und Ausführungs-vorbereitung. Nicht nur die Schule wurde in 3 Bauabschnitten bei laufenden Betrieb saniert, sondern auch beide Sporthallen wurden jeweils separat in Einzelabschnitten von 8 Monaten Dauer saniert, einschließlich einer viermonatigen Unterbrechung im Winter 2005/2006, um während der kalten Jahreszeit beide Hallen für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung zu haben.

In der Planungsphase war Herr Kirsten-Schmidt Schulleiter und damit der wichtigste Ansprechpartner auf Nutzerseite. Frau Burow-Hilbig als stellvertretende Schulleiterin unterstützte ihn dabei und führte nach seinem Ausscheiden die Aufgabe solange weiter, bis Herr Friedrich im Herbst 2004 pünktlich zum Beginn der Sanierung die Stelle des Schulleiters übernahm.

Was hieß das für Herrn Friedrich? Eigentlich war zu diesem Zeitpunkt alles fertig geplant, nichts mehr änderbar und nur noch die mühsame und viel Ärger bereitende Umsetzung im Gange. Wir haben es trotzdem geschafft, noch die eine oder andere bauliche und funktionale Änderung so hinzubekommen, dass auch Herr Friedrich sich mit dem Ergebnis identifizieren kann.

Wir möchten uns als WEP-Projektentwicklung an dieser Stelle ganz besonders bei ihm bedanken, denn wir haben ihn als einen immer ansprechbaren und schnell reagierenden Schulleiter kennengelernt. Vor allem seine Geduld haben wir schätzen gelernt, denn natürlich gibt es bei einem so komplexen Bauablauf wie bei einer Schulsanierung immer wieder Misslichkeiten, die ohne diese Geduld viel schwerer zu bewältigen gewesen wären.

Insgesamt waren 60 Firmen auf der Baustelle tätig, davon 36 in der Schule und 24 in den beiden Sporthallen. Jede dieser 60 Firmen musste so gesteuert werden, dass sich niemand gegenseitig behindert und erforderliche Vorarbeiten jeweils termingerecht fertig werden. Dies war sowohl für uns als dem verantwortlichen Projektsteuerer als auch für die Oberbauleitung des Architekten und der Fachingenieure eine große Herausforderung. Auch in diesem Team hat die Zusammenarbeit gut geklappt und dafür möchte ich an dieser Stelle herzlich Dank sagen.

Bei der termingerechten Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme hatten wir das Glück, dass es nur zu einem einzigen Insolvenzfall gekommen ist, der zudem keine Mehrkosten ausgelöst hat. Bei den anderen Schulen war die Zahl der Insolvenzen jeweils deutlich größer, wobei – wie Sie wissen – die vergangenen 5 Jahre für die Baubranche eine harte Zeit mit vielen Insolvenzen war.

Das wir eine Budgetunterschreitung von 1,33 Mio. Euro erreichen konnten, ist auch eine Folge des sehr günstigen Preisniveaus bei den Baupreisen bis Anfang des vergangen Jahres. Seitdem sind die Preise konjunkturbedingt erheblich angezogen. Es ist also durchaus ein Glücksfall, dass wir mit dem straff durchgeführten Sanierungsprogramm der PMS ganz überwiegend noch die Niedrigpreisphase bis Anfang 2006 ausnutzen konnten. Die nächsten Schulsanierungen werden aufgrund der Baupreissteigerung mit Sicherheit teuerer werden.

Betrachtet man die Schule jetzt, kommt man nicht umhin festzustellen, dass es eine schöne Schule geworden ist. Ich denke auch die Schulgemeinde hat die neu hergerichteten Unterrichtsräume, den neugeschaffenen Ganztages-bereich und die neugestalteten Innenhöfe mit Freude in Besitz genommen und hoffe, dass der jetzige Zustand lange erhalten bleibt und die Schulgemeinde sorgsam mit dem Geschaffenen umgeht.

An dieser Stelle würden wir als WEP-Projektentwicklung als Dankeschön einen Scheck über 1.000 Euro an die Schule überreichen. Bei der Martin-Buber-Schule ist dieser Betrag auf Wunsch der Schule aber schon für ein ganz spezielles Projekt ausgegeben worden, nämlich für das extern erstellte Farbkonzept. Dies war eine Idee der Schule und Sie können sich beim anschließenden Rundgang davon überzeugen, dass die Idee gut gelungen ist. Für dieses Farbkonzept haben wir als WEP einen Beitrag von 1.000 Euro geleistet.

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v.l.: WEP-Projektleiter Andreas Graichen, Landrat Enno Siehr, Schulleiter Heiner Friedrich